Zeitreise


Das Leben war früher anders

Zur diesjährigen Projektwoche an der GS Asendorf führte das Thema Zeitreise in die Vergangenheit. Mit ganz unterschiedlichen Schwerpunkten wurden Aspekte des Lebens und der Schule vor hundert Jahren von den Jahrgängen untersucht.

Nicht nur davon hören, sondern auch erleben sollte die Kinder in dieser Woche. Deshalb erprobten sie alte Backrezepte, wuschen Wäsche in echten Bottichen, erforschten Fragen zum Thema Mode, erstellten Schriftproben auf Schiefertafeln in Sütterlinschrift oder spielten alte Kinderspiele.

Getreideernte zu Uropas Zeit

In der Projektwoche tauchten die Kinder vor allem bei ihrem Besuch im Kreismuseum Syke in die Vergangenheit ein. Dabei lernten sie den Unterricht von vor 100 Jahren kennen und erfuhren, wie mühsam es war, früher Getreide zu dreschen und zu Mehl zu mahlen- ohne Strom und Maschinen:

Beim Dreschen legten die Drittklässler das Getreide in vier Bündeln auf den Boden, so dass die Ähren in der Mitte übereinander lagen. Dann ging es mit dem Dreschen los. Im Quadrat aufgestellt, schlugen vier Kinder abwechselnd mit dem Dreschflegel auf die Ähren. „Slo do ok to!“. Das musste abwechselnd im Uhrzeigersinn gerufen werden. Wer ruft, schlägt. Immer schön der Reihe nach. Anschließend wurden die Halme aufgesammelt und beiseitegelegt. In einem großen Sieb trennten die Kinder das herausgedroschene Grobe vom Feinen. Mit der Worfelschaufel beförderten sie dann die Körner auf den Boden, die Spreu flog davon.


Malea erzählt, was mit den Körnern dann gemacht wurde: „Die eine Frau des Museums hat uns verschiedene Mühlsteine gezeigt. Wir konnten zum Beispiel auf einem großen Stein, ähnlich geformt wie ein Suppenteller, die Körner mit einem zweiten Stein zermahlen. Manche Bauern besaßen ein Backhaus. Darin wurde dann das entstandene Mehl zu Teig verarbeitet. In einem riesigen Trog kneteten mehrere Frauen den Brotteig für ihre Familien, manchmal sogar mit den Füßen. Die Männer mussten auf das Feuer aufpassen.“


Wäsche waschen damals

Die 4. Klassen waren am Montag, den 01.04.2019, im Kreismuseum Syke. Dort haben wir uns mit dem Thema "Wäsche waschen früher" beschäftigt und durften ausprobieren, wie es war, Wäsche mit der Hand zu waschen:
Um 1900 wurde nur alle zwei oder drei Wochen gewaschen. Ein Tag in der Woche war dann der "Waschtag". Eine Waschmaschine gab es nicht. Wasser
musste vom Brunnen oder aus dem Fluss geholt werden. Die Wäsche wurde in großen Behältern eingeweicht, gekocht und auf einem Waschbrett gewaschen.

Anschließend wurde die Kleidung gründlich gespült und ausgewrungen.
Das alles war sehr schwere Arbeit, die viele Stunden dauerte.

Emily, Adam, Lotta

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Bericht der 4. Klassen zum Thema "Wäsche waschen damals"
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Schule vor 100 Jahren

 Zur Veranschaulichung der damaligen Situation an Schulen kamen 60 Schüler und Schülerinnen des ersten und zweiten Jahrgangs für eine Unterrichtsstunde in einen Klassenraum zusammen und erlebten Herrn Wittmershaus als strengen Lehrer.

Während eines Museumsbesuchs des Kreismuseums Syke, erlebten sie dann eine Unterrichtsstunde im passenden Ambiente. Auf Schiefertafel mit Griffel und ins Heft mit Stahlfeder übten sie Buchstaben in Sütterlinschrift. Blaue Tintenkleckse auf Finger und im Heft waren garantiert. Das Unterrichtsfach Leibeserziehung wurde dann unter freiem Himmel abgehalten. Es diente der körperlichen Ertüchtigung und erinnerte eher an militärische Übungen als am Sportunterricht unserer Zeit.


Das Kindermuseum ermöglichte abschließend einen Blick in die Welt der Kindheit um 1900. Bestimmt wurde diese damals durch Arbeit, also Mithilfe auf dem Hof oder im Haushalt und durch Schule. Diese war der Erziehung und religiösen Bildung durch strenge Regeln, Zucht und Ordnung verpflichtet. Zeit für Spiele oder gar für Verabredungen, heute etwas ganz Normales, waren Randerscheinungen. Die Schülerinnen und Schüler zeigten sich von den Ausführungen der Museumspädagoginnen tief beeindruckt und kamen ins Nachdenken. Vielleicht war früher doch nicht alles schöner und besser.

 

Abgerundet wurde die Woche durch die Präsentation der Arbeitsergebnisse am Donnerstagnachmittag. Anschaulich wurden die Ergebnisse neben Plakate, durch Fotos, Schriftproben, saubere Wäsche, leckere Müsliriegel und Präsentationen vor Augen geführt. Über den regen Besuch von Eltern und Großeltern freuten sich nicht nur die Kinder, sondern auch die Lehrkräfte. Unterstützt wurden sie dabei wie in den letzten 10 Jahren vom Förderverein der Schule, der mit Kaffee und Kuchen sein Jubiläum feierte.